Saturday, June 20, 2009

USA Newsletter No.11 - The China Experience

Liebe Fangemeinde!

Als erstes moechte ich mal die Fotos vom letzten Newsletter nachreichen. Der Flug nach China, Zeitumstellung und alle neuen Eindruecke muessen mich so verwirrt haben, dass ich vollkommen vergessen habe, die Links zu den neuen Fotos mitzuschicken. hahahaha

So, dann kann ich ja jetzt von meinen letzten zwei Wochen berichten - DER CHINA TRIP. Den Beginn des China Abenteuers habe ich ja im letzten Newsletter schon beschrieben. Etwa in dem Stil und Tempo ging es eigentlich auch weiter. Wir (mein Kurs = 5 Leute) sind mit 7 Executive MBAs zusammen unterwegs gewesen. Ziemlich schnell haben wir uns gut kennengelernt, viel gelacht und unsere freien Abende gerne zusammen an der Bar, Lounge oder Restaurant verbracht.


Beijing: 7. Juni - 11. Juni

Die erste Etappe unseres Ausflugs war Beijing - Peking. Der erste Tag war reserviert fuer Touri Aktivitaeten, sprich Great Wall (Chinesische Mauer), Forbitten City (Verbotene Stadt, Unterkunft des Kaisers) und Tienanmen Square (Platz des Himmlischen Friedens). Leider hat uns China mit recht schlechtem Wetter empfangen und so haben wir uns bei Nebel und Nieselregen die Chinesische Mauer hochgekaempft, nur um dann oben festzustellen, dass wir ausser Grau in Grau nix sehen konnten. Keine Mauer bis zum Horizont und keine romantische, gruene Huegellandschaft.

Nach einem ersten abenteuerlichen, traditionell chinesischem Essen (HotPot) ging es dann weiter mit Kultur. Der chinesische Petrus hat uns weiterhin mit Regen gesegnet, besser gesagt, es hat kuebelweise geschuettet. Wir sind also mit nassen Schuhen, Socken und Hosen (trotz Regenschirm) durch die kaiserlichen Anlagen gestapft und haben begeistert dem Reisefuehrer gelauscht.

Die naechsten Tage wurden von Firmenbesuchen, Besichtigung der Beijing Universitaet und einer Tour durch den Sommerpalast (Unterkunft des Kaisers im Sommer - also Forbitten City nur ausserhalb der Stadt) dominiert.

Die Abende in Beijing wurden ueberwiegend in netter Runde in der Hotel Lounge oder in Restaurants verbracht. In China gibt es die wunderbare Erfindung, dass Gruppen mit mehr als 5 Leuten in Restaurants ein eigenes kleines Zimmer bekommen, anstatt im grossen Essensraum zu sitzen. Da kann man also ganz entspannt quatschen, lachen und Spass haben, ohne alle anderen Gaeste mitzuunterhalten. Ausserdem haben wir eine Kung-Fu Show besucht und wurden zu Karaoke (die Lieblingsfreizeitaktivitaet der chinesischen Jugend) genoetigt.

Am letzten Tag sind ein paar Fruehaufsteher zum "Flagrise" zum Tienanmen Square gegangen (4:30 Uhr!!!). Das ist eine Militaerzeremonie bei der Soldaten zum Sonnenaufgang aufmarschieren und dann bei musikalischer Untermalung mit der Nationalhymne die chinesische Flagge hissen. Dies ist vor allem sehr beliebt unter den chinesischen Touristen. Von daher waren wir als einzige Westliche ein weiterer Hingucker. Ich bin im Anschluss mit zwei anderen Girls zum Olympischen Dorf weitergefahren. Um 5.30 Uhr morgens war es dort schoen leer und sehr friedlich. Nach gemuetlichem Fruehstueck im Hotel ist die komplette Gruppe zum Flughafen aufgebrochen. Unterwegs haben wir noch beim Silk Market angehalten, ein Shopping Paradies fuer Leute, die "chinesische Markenware" zum kleinen Preis kaufen wollten. Dort gab es von Klamotten, Taschen, ueber Spielzeug bis hin zu Perlenschmuck alles was das Herz begehrt. Ich habe schon nach 15 Minuten an Reizueberflutung gelitten und wollte fluechten, aber Sven hat mich doch tatsaechlich durch die ganzen 5 Stockwerke gejagt! Und dann soll mir nochmal jemand was von der weiblichen Shopping Sucht erzaehlen... *LOL*


Xi'an: 12. Juni - 14. Juni

Mein erster Eindruck von Xi'an, einer Stadt eine Flugstunde suedwestlich von Beijing, war "OH GOTT". Auf dem Weg vom Flughafen sind wir durch Ghetto und Halbwueste gefahren, wo die Felder noch mit Tieren bewirtschaftet wurden und Leute in Zelten gewohnt haben. Je weiter wir in die Stadt gekommen sind, desto fortschrittlicher wurde es. Das Stadtinnere war dann sogar erstaunlich schoen. Im Gegensatz zu Beijing wohnen in Xi'an "nur" 8 Millionen Leute, von daher hatte die Stadt fast etwas Kleinstaedtisches.

Unsere Tage hier waren mit Firmenbesuchen und Essen Essen Essen gefuellt. Kulturell haben wir natuerlich das beruehmte Terra Cotta Warriors Museum besucht. Das ist die Ausgrabung der Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers, der 8.000 Soldaten und Pferde aus Terrakotta gefertigt hat, die ihn im Jenseits bewachen sollten. Da ich ja ein wahnsinnig grosser Freund von Museen bin, fand ich die erste Halle interessant, die zweite Halle (die by the way fast genauso aussah wie die erste) war okay, die dritte Halle (wo wir, oh Wunder, weitere Soldaten bestaunen durften) war langweilig, die vierte Halle (warum zur Hoelle muss man VIER mal das gleiche sehen??) war einfach zu viel des Guten und die fuenfte Halle (ich wurde Opfer der chinesische Folterkunst) hat mich die Terracotta Mopeds verfluchen lassen. Und wieder einmal wurde mir bestaetigt, was mir mein Papa schon mit 5 Jahren beim Skifahren beigebracht hat - man sollte immer aufhoeren wenn's am schoensten ist (und das waere nach der ersten Halle gewesen)! Ich sage euch, das wahre Theater hat aber erst nach der fuenften Halle angefangen... 15 Leute finden den Gruppentreffpunkt am Bus, 1 Trulla aus unserer Gruppe missversteht simpelste Anweisungen und faehrt mit dem Taxi allein zum Hotel; natuerlich ohne irgendwen zu informieren. Der Rest der Gruppe wartet also zunaechst geduldig, nach zwei Stunden Hitze, Durst und Hunger eher genervt und veraergert. Die Dozenten und Reisefuehrer waren sehr besorgt und sind das ganze Museumsgelaende mehrfach abgelaufen. Ich habe mich schon auf "Eine Nacht im Museum" gefasst gemacht und habe mich schon mental fuer einen Kampf gegen 8.000 lebendig gewordene Soldaten vorbereitet! Aber zum Glueck wurde die Fluechtige bald darauf im Hotel gesichtet und wir wurden aus dem Museum befreit.

Den letzten Vormittag in Xi'an hab ich mit ein paar weiteren Aktionsbeduerftigen mit einer Fahrradtour auf der Stadtmauer verbracht. 14 km mit 4 Fahrraedern und 2 Tandems rund um die Stadt herum. Das war ein sehr schoener Abschluss bevor es wieder mal zum Flughafen ging. Schon erstaunlich, dass es immer noch Leute gibt, die literweise Fluessigkeiten ins Handgepack stecken und sich dann wundern, wenn sie in die Kontrolle kommen und die Sachen entweder abgeben oder Koffer umpacken muessen. Genauso ein Phaenomen ist, dass Koffer mit 10 kg Uebergepaeck gepackt werden...


Shanghai: 15. Juni - 18. Juni

Mittlerweile waren wir ja China Experten. Trotzdem hat mich Shanghai sehr ueberrascht. Die Stadt ist ziemlich modern und extrem westlich. Die Shopping Moeglichkeiten waren Wahnsinn, aber leider hatten wir so gut wie keine Zeit das ueberhaupt auszunutzen. Statt dessen waren unsere Tage mit weiteren Firmenbesuchen, Universitaeten und ein bisschen Kultur vollgestopft. Uns wurde ein weiterer Garten im Stil von Summerpalace und Forbitten City geboten, ausserdem haben wir das Venedig von China besucht. Das Wasser dort hat zum Himmel gestunken, die Leute haben aber trotzdem ihre Waesche dort gewaschen und das Mittagessen fuer's Restaurant dort rausgeholt. (Ich habe Lunch mal wohlweisslich ausfallen gelassen...) Auf dem Fussmarsch durch die engen Gassen wurden uns "Hochgenuesse" am Spiess geboten; man konnte zwischen bereits fertig zubereitet aussuchen oder die Lebendvariante waehlen. 

Die abendlichen Highlights waren eine Akrobaten Show à la Cirque du Soleil, eine Bootstour bei Nacht, und eine Bartour durch ein Altstadtviertel von Shanghai. Echt klasse!!

Am Donnerstag, 18. Juni mussten wir Shanghai und China leider Auf Wiedersehen winken und sind mit der deutschen Transrapid Technik zum Flughafen gesaust. Nach 2 Wochen abenteuerlichem chinesischem Essen und 15 Stunden eingepfercht in ein Flugzeug mit schreienden Kindern, seltsamen Mitreisenden und unbequemen Sitzen waren glaube ich alle ziemlich froh, als wir wieder amerikanischen Boden unter den Fuessen hatten!

Das waere so etwa die Kurzform meiner letzten zwei Wochen. *hehe* Ich hoffe, ihr hab ueberhaupt bis hierher durchgehalten ohne einzuschlafen! Ich versuche mich in den naechsten Emails wieder kuerzer zu fassen, aber diesmal musste ich euch einfach alles so gut wie moeglich beschreiben, denn China ist ja schon ein grosses Erlebnis. Eigentlich sollte das jeder mal fuer sich selbst sehen! Wer Reisetips haben moechte, bitte melden.


Wieder einmal gehen liebste Gruesse in die Heimat!

Ich freue mich, von euch zu hoeren... Eure Veronika

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